Geschichte

Von der Idee eines Badeunternehmens 1896 bis zu drei durch Brücken verbundenen Inseln. Fünf Einwohner von Bovallstrand gründeten das Unternehmen 1910, die Steinbrücke war 1935 fertig und wurde vom Kronprinzen eingeweiht. Hier stehen der eigene Bericht des Unternehmens, alte Werbeblätter und die Namen und die Geschichte der Inseln.

Geschichte — über das Unternehmen

Ein Badeunternehmen zu gründen stand schon 1896 zur Debatte, in der Zeit, als der große Heringsfang zu Ende ging. Die Aufgabe sollte sein, ein Badehaus zu errichten und im Übrigen den Badegästeverkehr zu fördern. Mehr Touristen sollten nach Bovallstrand gelockt werden. Das nächste Warmbadehaus im Norden war Grebbestad, im Süden Lysekil. 1906 wurde versucht, einen Verein zu gründen, der ein kleineres Badehaus bauen sollte. Die Pläne wurden aufgegeben, weil mehrere Schwierigkeiten auftraten und das Interesse gering war. Die Einheimischen meinten, die Lebensmittelpreise würden steigen, wenn die Sommergäste in den Ort kämen. Diese Befürchtungen waren angesichts der damaligen Verkehrsverhältnisse wohl teilweise berechtigt. Landwirtschaftliche Erzeugnisse kamen nur mit dem Pferd, wenn die Bauern Zeit hatten, nach Bovallstrand hinunterzufahren. Es gab nur einen Landweg nach Bovallstrand, von Tossene aus.

Das Unternehmen wird gegründet

Erst Ende 1908 kam das Vorhaben wieder auf (nach den Aufzeichnungen von Alfred Larsson, Spätwinter 1909). Es hatte sich zuvor gezeigt, dass Alfred Karlsson bereit war, sein Geschäftsgrundstück zu verkaufen, auf dem er einen Kolonialwarenladen betrieb. Zur Badesaison 1910 konnte AB Bovallstrands badinrättning den Betrieb aufnehmen, wie es dann in der Gründungsurkunde hieß: „Bade- und Hotelbetrieb zu führen“. Angeboten wurden Tangbäder, Dampfbäder und Schlammbäder. Es war schwierig, die Einwohner von Bovallstrand zur Zeichnung von Aktien zu bewegen. Nicht viele im Ort meinten, sich das leisten zu können. Um Aktienkapital aufzubringen, mussten sich die fünf Gründer Amandus Tillander, Frans O. Johansson, Johan Tobiasson, Fritz L. Karlsson und Alfred Larsson deshalb auswärts umsehen. Unter anderem brachte man Brauereien dazu, Aktien zu zeichnen. Das legte den Grund für die Beliebtheit, die Bovallstrand als sommerlicher Erholungsort erlangte.

Das Badehaus

165 Aktien machten es möglich, als erste Maßnahme ein Handelsgrundstück am Strand zu kaufen. Der Preis betrug 40 000 Kronen. Das Gebäude stand dort, wo heute das Badhotellet steht. Im äußeren Teil des Grundstücks wurde ein Warmbadehaus eingerichtet. Die Ausstattung stammte aus einem stillgelegten Warmbadehaus in den südlichen Schären. Der Rest wurde an Frau Romdahl verpachtet und als Hotel genutzt. Zu jener Zeit war Kaltbaden sehr ungewöhnlich, und ein Gesellschaftssalon war ein Muss. Das Badeunternehmen wies jedoch darauf hin, dass der Salzgehalt des Meerwassers 3,25 % betrage und „kein Gesellschaftszwang“ herrsche, „was viele gelobt haben“. Bemerkenswerterweise war der erste Badegast eine Dame aus dem Nachbarort Hunnebostrand. Sie zahlte 2 Kronen am Tag. Der „Bademann“ hatte einen Wochenlohn von sechs Kronen, der Heizer 45 Kronen im Monat. Ein Wannenbad kostete 50 Öre, ein Schlammbad 75 Öre, Kiefernnadel- und Dampfbad 90 Öre sowie eine Dusche 10 Öre. Der Gewinn des ersten Jahres betrug 23,50 Kronen. Das Hotel wurde später bei einem Brand zerstört, und das Badhotellet wurde an derselben Stelle gebaut. Heute ist das Badhotellet zu Wohnungen umgebaut.

Der Betrieb wächst

1911 wurden in Bovallstrand ein Badearzt und ein Masseur angestellt. Auf der Hauptversammlung am 1. April 1913 wurde beschlossen, das alte Grundstück mit dem Hotel an die Brauerei A. Karlsson in Lysekil zu verkaufen. Stattdessen wurde von Henrik Salberg ein Grundstück gekauft, auf dem ein neues Warmbadehaus gebaut werden sollte. Der Betrieb hielt sich bis in die 1960er Jahre. Das Gebäude dient heute als Werkstatt für Lars Högdén Service (Statoil).

Tag des Badeortes

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Tourismus zu. Die Einwohner von Bovallstrand hatten erkannt, dass sich mit der Vermietung von Zimmern an Badegäste Geld verdienen ließ. Die Einnahmen flossen in der Regel in die Instandsetzung der Häuser. Aber vieles fehlte noch. Die Leute wollten Strandbäder, einen Tennisplatz und ein modernes Restaurant. Dank der Hilfe der Jüngeren im Sportverein von Bovallstrand (BIF), der Guttempler-Loge und des Badeunternehmens wurde mit gemeinsamen Anstrengungen 1929 der „Tag des Badeortes“ veranstaltet. Auf dem Programm standen unter anderem ein Ringkampf zwischen dem Europameister Cadier und Rydström, beide aus Borås, Akkordeonspiel und Gesang von Einar Fagstad, eine Filmvorführung, eine Flugvorführung von Kapitän Ahrenberg, ein Ruderwettkampf und Fußball. Der Zustrom zum Fest übertraf alle Erwartungen. Dasselbe galt für die Einnahmen. 4 000 Personen zahlten an den ersten beiden Tagen je 1 Krone Eintritt. Die Bruttoeinnahme betrug 9 000, der Nettoertrag 6 000. Dieses Geld wurde gleichmäßig unter den Vereinen aufgeteilt. Der Überschuss ging unter anderem in den Unterhalt von Badholmen.

Badholmarna entsteht

Im Jahr darauf war es für das Badeunternehmen Zeit für neue Investitionen. 1930 konnte das Unternehmen von Emanuel Henriksson einen 10 Meter langen Uferstreifen bei Henriksberg und eine für das Freibaden geeignete Insel kaufen. Sörholmen (auch Lilla Fiskholmen genannt) wurde in Badholmen umbenannt, und dorthin ließ man eine Holzbrücke bauen. Auf der Hauptversammlung am 25. April 1932 wurde beschlossen, von Ragnar Salberg ein Grundstück zu kaufen, um den heutigen Tennisplatz anzulegen. Auf der Hauptversammlung am 20. September 1933 wurde beschlossen, eine Steinbrücke nach Badholmen zu bauen, falls sich ein staatlicher Zuschuss erlangen ließe. Wegen der Arbeitslosigkeit auf Sotenäset erhielt man 1934 staatliche und kommunale Unterstützung für den Bau der Steinbrücke, die 1935 fertig wurde und 23 000 Kronen kostete statt der veranschlagten 9 000. Ursache der höheren Kosten waren schwierige Grundverhältnisse mit Schuttfüllung bis in 9 Meter Tiefe. In der Mitte wurde auf Wunsch der Fischer eine Öffnung für kleine Boote gelassen. Sie pflegten bei schwerem Wetter diesen Weg zu rudern. Auf Badholmen wurden dann Badehütten, Sprungbretter und ein Sprungturm errichtet und eine Schwimmschule eingerichtet, die lange von Agnes Högdén geleitet wurde.

Schließlich wurden 1939 Biskopsholmen und Mittholmen gekauft und mit einer Holzbrücke an die übrigen angeschlossen. 1935 wurde Badholmarna vom Kronprinzen eingeweiht. Sein Name ist auf Badholmen nahe dem Sprungturm eingeritzt.

Ein Heizer erzählt

Gustaf Rundberg, der im Sommer 1925 Heizer war, erzählt von seiner Arbeit:

Ich war bei Fritz Karlsson und erfuhr, dass ich als Heizer im Warmbadehaus anfangen sollte. Ich traf Karl-Johan, der mir die Arbeiten zeigte und erklärte, die ich zu verrichten hatte. Es galt, Wasser in zwei große Holzbottiche zu pumpen, die aus Öckerö gekauft worden waren, und außerdem einen großen Kessel zu füllen, der in einen Ofen eingemauert war. Um sechs Uhr morgens galt es, Holz hervorzuholen und den Ofen anzuzünden. Das Wasser musste warm sein, damit die Badefrauen Berta Niklasson und Gerda Rundberg anfangen konnten, Wasser abzufüllen und alles fertigzumachen, bis die Gäste kamen. An manchen Tagen waren es bis zu 40 Bäder, und dann war es ziemlich mühsam, mit einer alten Handpumpe so schnell zu pumpen, wie alle Wannen gefüllt wurden. Ich stellte mich so hin, dass ich lesen konnte, während ich pumpte.

An manchen Abenden und Sonntagen musste ich die Jolle nehmen und nach Hällsö und zu den Tärneskären hinausfahren, um Tang für die Tangbäder zu sammeln, und nach Bergsvik, um Lehm oder Schlamm für die Schlammbäder zu holen. Das ging so, dass man ein Rohr mit einem Loch an der einen Seite durch eine dünne Sandschicht steckte, und wenn man es herauszog, hatte man einen feinen Lehm ohne ein einziges Sandkorn, weich wie Schmierseife. Diesen Schlamm verwendeten die Badefrauen bei den sogenannten Schlammbädern.

Quellen:

BOVALLSTRAND — Ett kustsamhälles liv i ord och bild

Zeitungsausschnitte aus der Lysekilsposten.

Aufzeichnungen von Alfred Larsson

Alte Werbeblätter

Übersetzt aus dem schwedischen Original von 1912.

Werbeblatt von 1912, Buchdruckerei E. F. Larsson in Lysekil

Bovallstrands Bade- und Sommerort

Ist eines der schönsten Fischerdörfer von Bohuslän, gelegen am in den

Büchern von Emilie Flygare-Carlén erwähnten Bottna-Fjord, 2 Std. Dampferfahrt

von Lysekil (tägliche Verbindung), 4 Std. Dampferfahrt von Strömstad, 5

Std. von Uddevalla und 7 Std. von Göteborg, mit welchen Orten mehrmals

wöchentlich direkte Dampferverbindung besteht.

Nächste Bahnstation ist Dingle an der Bohusbahn, bis zu welcher Sta-

tion es 27 km guten und ebenen Weges sind (etwa 3 Std. Fuhre). Auf Ansage

per Telefonstation hier kommt eine Fuhre entgegen, oder eine solche ist in Dingle zu haben.

Die sanitären Verhältnisse sind gut und der Gesundheitszustand sehr

gut. Gesunde Wohnungen (die meisten Häuser haben ein Gartenstück). Einzelne Zimmer

sind für 20–30 Kr. zu haben, sowie Wohnungen von 3 Zimmern und Küche für 100 Kr. im

Monat, für kürzere Zeit zu billigerem Preis. Geeigneter Ort zur Führung eines eigenen

Haushalts.

Restaurant 2:25 pro Tag.

Herrliche Aussicht über das Meer mit dem Leuchtturm der Väderöarna am Horizont.

Gute Verfügbarkeit ausgezeichneter Boote zum Fischen und Segeln. Segelboo-

te können monatlich für 15–20 Kr. gemietet werden. Für Segeln mit gedeckten

Booten …….. pro Std. Für längere Zeit und für größere Gesellschaften nach Über-

einkunft. Segeltouren zu den Väderöarna sowie nach Sotskär werden empfohlen.

An Sehenswürdigkeiten des Ortes ist die alte Kirche von Svenneby einen Besuch wert, Kauf-

mannshäuser in den Schären, Felsritzungen, Schloss Hornborg (wo Ausgra-

bungen stattgefunden haben) u. a. m.

Post kommt 6-mal in der Woche an.

Reichstelefonstation.

Die Warmbadepreise sind:

Einfaches Warmbad mit Dusche ……….. Dampfbad ……..

Schlammbad . . . . . . . . . .. ………… Halbbad ……..

Sämtliche Bäder mit 10 Öre Zuschlag für Badeleinen.

Herrliche Strandbäder auf Sandgrund, wofür eine Gebühr von 50

Öre pro Woche entrichtet wird.

Salzgehalt des Wassers 3,25 Proz.

Ein Arzt besucht den Ort mindestens einmal wöchentlich.

Ein Krankengymnast ist vorhanden.

Kein Gesellschaftszwang, was viele gelobt haben.

Von jedem Sommergast, der über eine Woche bleibt, wird eine Ein-

schreibegebühr von 1 Kr. verlangt.

Anfragen sind zu richten an:

Bovallstrands Badinrättning, Bovallstrand

Erzählungen

Die Geschichte unten ist der Grund für ein eingeritztes W auf Fiskholmen. Das Zeichen befindet sich an der Felswand in Richtung Nordosten, zum Bottnafjord hin.

Auch Wrackteile des Schiffes wurden geborgen.

Die letzte Reise der Brigg „Marie-Berthe“

Die Erzählung musste leider entfallen. Sie wird stattdessen vom Verfasser in einem Buch veröffentlicht. Mehr dazu steht hier, sobald das Buch fertig ist.

Die Inseln

Auf der Karte von 1840 hießen die heutigen Badholmarna Nordholmarne, Mettholmarne und Sörholmen. So auch noch auf der Wirtschaftskarte von 1937. Sörholmen wurde auch Lilla Fiskholmen genannt. Heute entsprechen ihnen Biskopsholmen, Beiname Fiskholmen (auch Stora Fiskholmen), sowie Mittholmen und Badholmen. Ein Noa-Name ist ein harmloser Name für ein gefährliches Wesen, etwa „Graubein“ statt Wolf. Fiskholmen („Fischinsel“) ist ein Noa-Name für Biskopsholmen („Bischofsinsel“).

Priester bringen Unglück beim Fischen! Wie unter Kuriosa nachzulesen ist, sollte man auf dem Weg zum Fischen in den Fjord den Sund unmittelbar bei Biskopsholmen meiden.

Quellen:

BOVALLSTRAND — Ett kustsamhälles liv i ord och bild

Zeitungsausschnitte aus der Lysekilsposten.